Die drei Fehler von Introvertierten im Business

Och, Tanja, echt jetzt? Sind diese Listen nicht langsam echt out – fieses Clickbaiting! Ja, ich geb’s zu. Es ist reißerisch gewählt. Und ganz oft verbirgt sich nur heiße Luft hinter den „5 ultimativen Tipps, wie du morgen deinen Traummann/deine Traumfrau gewinnst“ oder den „27 absolut praxistauglichen Contenttipps, mit denen du über Nacht ein sechsstelliges Business aufbaust“. In diese Kerbe möchte ich nicht reinhauen. Qualitätsanspruch und so. In der letzten Zeit habe ich viel nachgedacht. Über mein Business, die Businesse meiner Mentees. Was sich in diesem Jahr möglicherweise verändern wird. Im Marketing und in der Kundengewinnung. Welche Angebote angekommen, aber auch welche Rahmenbedingungen in der Wirtschaft gelten werden. Worauf wir uns einstellen müssen. Denn ich bin überzeugt: 2025 wird ein spannendes Jahr. Ein entscheidendes Jahr, gerade auch für unser Einzelkämpfer in der Selbständigkeit. Nicht alle Veränderungen werden uns gefallen – der aktuellen Weltpolitik schaue ich mit sehr besorgten Augen zu. Einiges wird uns sicher zupasskommen. Zum Beispiel bin ich überzeugt, dass gerade die neuen technischen Möglichkeiten, wie sie etwa die KI mit sich bringt, einen Ruck in Richtung Menschlichkeit geben werden. Dass wir uns zwar mit ChatGPT und Spezial-Programmen ganz viel Zeit und Energie sparen können, die für lästige Routine-Arbeiten draufgehen. Und dass die Anbieter, die die freiwerdende Zeit für den Menschen nutzen, zu den Gewinnern gehören. Auch wenn die anderen vielleicht erstmal an ihnen vorbeizuziehen scheinen. Aber diese Entwicklungen sind noch mal Thema eines eigenen Beitrags. Denn was mir bei dieser Reflexion auch bewusst geworden ist: Manche Dinge werden bleiben. Die Herausforderungen, die introvertierte Menschen beim Thema Kundengewinnung haben, werden bleiben. Die Möglichkeiten, diesen Herausforderungen zu begegnen, werden sich verändern (ich bin überzeugt: zu unseren Gunsten), aber das zugrundliegende Muster bleibt. Und so habe ich – bei mir, aber auch mit anderen leisen Solopreneuren, ein Muster erkannt, wie sie sich bei ihrem Erfolg im Weg stehen. Deshalb:

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Phase 1: Abwarten und Schneewittchen spielen

Vor einiger Zeit hatte ich mit einer jungen Frau ein Erstgespräch. Sie erzählte mir, dass sie jetzt zum Monatsanfang ihr Gewerbe angemeldet hat und fragte mich: „Und wann kommen jetzt die Kunden?“ Den meisten von uns ist schon bewusst, dass wir für Kundengewinnung auch etwas tun müssen. Allerdings starten wir nicht selten mit einem konkreten Auftrag, mit Kunden, die wir aus dem Netzwerk schon kannten, mit ein paar Empfehlungen und können so die ersten Monate gut überleben. Aber das wird nicht ewig reichen. Deshalb gilt es zweierlei: ich darf mit meinem Angebot sichtbar werden – oft schon die erste Hürde. Aber wir wollen ja nicht wie Schneewittchen auf unseren Traumprinzen äh.. -kunden warten, sondern dürfen auch selbst ganz aktiv Menschen ansprechen, die zu uns passen und mit denen wir gerne zusammenarbeiten möchten.

Phase 2: Blinder Aktionismus

Diese Phase schließt sich dann gerne der Schneewittchenphase an: Wenn kein neuer Kunde in Sicht ist und die Rücklagen langsam knapp werden, sind wir auf der Suche nach dem schnellen Hebel. Auch ich bin in diese Falle getappt: Dann sind wir besonders empfänglich für die Erfolgsversprechen „sechsstellig über Nacht mit nur zwei Stunden Aufwand in der Woche“, um möglichst schnell aus diesem Auftragsloch rauszukommen. Und wenn das nicht gleich funktioniert, gleich noch zwei-drei andere „Shiny Objects“ ausprobieren. Mit dem Ergebnis, dass in unseren Marketing- und Vertriebsaktivitäten nichts zusammenpasst. Dann gibt es keine übergreifende Strategie, sondern lauter Schlaglichter auf unterschiedliche Marketing(mikro)trends. Und damit bleibt es genauso unwirksam wie die Unsichtbarkeit. Aber gleichzeitig mit ganz viel Anstrengung – der Marketing-Burnout ist vorprogrammiert. Wähl dir deshalb eine Strategie, die zu dir, deinen Angebot und deiner Zielgruppe passt, und zieh das durch, damit du gegen die vielen Versuchungen nach vermeintlichen Abkürzungen widerstehen kannst, gerade wenn du eine Durststrecke hast.

Phase 3: Aufgeben, bevor es wirken kann

Oh ja, ich weiß, wir können das alle nicht mehr hören: Marketing ist ein Marathon, kein Sprit. Aber: isso. Es braucht einfach seine Zeit, bis die Positionierung in den Köpfen der Zielgruppe verankert ist. Bis das Personal Branding wirkt. Bis unsere Botschaften auch wirklich ankommen. Zeit, in der man den nahenden Erfolg nicht sieht. Und doch machen viele den Fehler, dass sie den Erfolg nicht abwarten. Sondern vorher aufgeben und/oder in Phase 2 zurückwechseln. Der Unterschied zwischen Wasser und Eis ist nur ein Grad. Woher willst du wissen, ob du nur noch einen Minischritt entfernt bist? Es lohnt sich, dranzubleiben. Den langen Atem zu haben. Und wenn du bis hierher gelesen hast: Ja, das sind Denkfehler, die gar nicht so sehr auf die Introvertierten beschränkt sind. Auch eher laute Menschen können in diese Denkfallen tappen. Von „nicht anfangen“, „das falsche tun“ oder „zu früh aufhören“ sind wir alle nicht gefeit.

Was hilft dagegen?

Ein guter Plan. Eine umfassende, nachhaltige Marketing- und Vertriebsstrategie. Zu wissen, was dein aktueller Engpass bei deiner Zielerreichung ist. Welche Kanäle du wie nutzen möchtest. Den nächsten Schritt zu kennen, der dich deinem Ziel näherbringen wird. Damit du getrost alles andere beiseitelegen kannst und dich ganz darauf fokussieren kannst. Keine Verzettelung, kein Marketing-Burnout, sondern eine klare Struktur fürs Dranbleiben, damit du dir sicher sein kannst, dass es sich auszahlen wird. Kurz: der IntroPower MASTERPLAN. Aber darüber mehr im nächsten Newsletter. Oder du kommst morgen ins Webinar!

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